NINA RIKE SPRINGER

Allgemein

Nina Rike Springer (geb. 1976) hat in Wien an der Universität für angewandte Kunst Fotografie und mediale Kunst studiert. Seit fast 10 Jahren arbeitet sie an einer Bildkonzeption, in der sie die medialen Eigenschaften von Fotografie und Malerei verwischt.

Ihr Themenspektrum kreist um die Darstellung der menschlichen Figur. Sie knüpft damit an ein zentrales Thema der österreichischen Moderne nach 1945 an. Von der Body Awareness von Maria Lassning bis zu den aktuellen Arbeiten von Erwin Wurm.

Der Körper als Zeichen
Die Repräsentanz der menschlichen Figur, insbesondere des Körpers als Zeichen, dominiert im Werk von Nina Rike Springer. Nach anfänglicher Auseinandersetzung mit dem Konzept der living sculpture, das sie wie ein Tableau Vivant in den Fotoaufnahmen inszeniert, geht sie dazu über, den Körper als bildkonstituierendes Element in die flächige Komposition des Bildes einzufügen. Uniformierte Personen, grüne Mäntel, weiße Anzüge und blaue Bademützen – nicht das Individuum, sondern lediglich eine Variable gelangt zur Darstellung - die Badekappe als Stilmittel ist längst zu ihrem Markenzeichen geworden.

Der Raum
Die C-Prints zeichnen sich über eine klare Konzeption aus, deren Wirkkraft auf der geometrischen Komposition und den farbigen Kontrasten und mithin dem Verhältnis von Form, Fläche und Farbe beruht. Nina Rike Springer abstrahiert konkrete Figuren und Objekte zu geometrischen Elementen, deren Realitätsgrad nicht mehr überprüfbar erscheint. Der konkrete Raum wird zu einer Bühne, die mit dem Auge nicht mehr vermessen werden kann. Die flächige Komposition setzt auch farbig eindeutige Akzente, die in ihrer Erscheinung auf die Kompositionslehre im Bauhaus, insbesondere an die theoretischen Überlegungen von Wassily Kandinsky in der Publikation „Punkt und Linie zu Fläche“ von 1925 erinnern.

In der großen Arbeit „Human Processors“ (2010-11) suggerieren schwebende Flächen und verbindungs- oder richtungsgebende Linien räumliche Relationen. Die darin in zwei horizontalen Ebenen aufgereihten Körper, präzise und kraftvoll dargestellt, verbinden sich zu einem Mensch-Maschine-System, das die Verrichtung mechanischer und zielgerichteter Tätigkeiten simuliert. Innerhalb dieser Verknüpfung erfolgt eine Befragung von Realität, Körper und Figur. Auf der Bedeutungsebene kreisen die Fragen um Themen wie Identitätsfindung, hybride Rollencollagen, multiple Persönlichkeitskonstrukte im Kollektiv.

Nina Rike Springer entwickelt einen Bildbegriff, der sich in der Konkurrenz zwischen Figuration und Abstraktion unter Bezugnahme auf die neuen Medien darstellt. Im Hinblick auf Materialität, Perspektive und Maßstab treibt sie den Faktor Realität auf die Spitze. In der Überzeichnung der einzelnen Körper und deren räumlicher Anordnung und Überschneidung in der Fläche bildet die Künstlerin gesellschaftliche Verhältnismäßigkeiten ab, die sowohl humorvoll als auch ironisch erscheinen und in jedem Fall zum Nachdenken einladen.

 

  • 2001-2007  Studium der Fotografie bei Prof. Gabriele Rothemann, Institut für Bildende und Mediale Kunst, Universität für angewandte Kunst Wien.
  • 2004/2005  Studienaufenthalt an der Bauhaus Universität, Weimar, Deutschland
  • 2007            Diplom bei Prof. Gabriele Rothemann, Fotografie und mediale Kunst, Institut für Bildende und Mediale Kunst, Universität für angewandte Kunst Wien
  • 2011            Lektorin an der Universität für angewandte Kunst Wien.

Zur Ausstellung

Zur Übersicht

Ausstellungen / Beteiligungen

 

 

2014

die weisse ab-haus-verkaufs-kunstschau #3, Wien

Fest Anca, International Festival of animated film, Zilina (sk)

Kunst in der Unternehmenszentrale der Post AG, Wien

Anima, Brüssel (BE)

Flatpack Festival, Birmingham (UK)

Projektraum Albrechtsfeld, Bäckerstr. 4, Wien

 

2013

Emerge Art Fair, Washington DC, (USA)

open studios, vienna art week 2013, Wien

Young Art Auction, Novomatic Forum, 1010 Wien

The way to M - Galerie Oberösterreichischer Kunstverein, Ursulinenhof Kulturquartier

die weisse ab-haus-verkaufs-schau, weisses haus, Wien

 

2012

Lange Nacht des Films, Galerie blaugelbezwettl, Zwettl

open studios, vienna art week 2012, Wien

BA Kärnten Kunstpreis, Galerie Freihausgasse Villach

Monat der Fotografie, Bäckerstrasse 4 Platform für junge Kunst, Wien

It's red and not moving, Krokus Galerie, Bratislava, (SK)

Kunst im Werk, Treibacher chemische Werke, Treibach

paraflows .7 - Reverse Engineering, Festival für digitale Kunst und Kulturen Wien

die weisse ab-haus-verkaufs-kunstschau, weisses haus, Wien, Österreich

Happily Ever After, FOTO-RAUM, Wien, Österreich

On Screen-Aktuelle Fotografie aus Österreich, Fotohof Galerie, Salzburg, Österreich

 

 

2011

Bank Austria Kunstpreis Kärnten, Galerie Freihausgasse, Villach, Österreich

Asifa Austria Award/Best Austrian Animation 2011, Filmcasino, Wien, Österreich

fokus Sammlung 02. Ansichtssachen. Menschenbilder, Museum Moderner Kunst Kärnten, Klagenfurt, Österreich

frameout festival, Film Screenig Museums Quartier Wien, Österreich

BA Kunstpreis , Galerie 3, Klagenfurt, Österreich

Gruppenausstellung, Galerie Westlicht, Wien, Österreich

Anifilm Festival 2011, Trebon CZ

Filmvorführung und Installation im Asifakeil, MQ/quartier 21, Wien, Österreich

OPERA SERIA – Serial Aspects in Contemporary Art, Galerie Nikolaus Ruzicska, Salzburg, Österreich

Human Processors, Galerie Momentum, Wien, Österreich

Körper Codes, Museum der Moderne, Salzburg, Österreich

 

Fördeungen und Stipendien

2013 KULTURPREIS KÄRNTEN

2012 Staatsstipendium für bildende Kunst

2011 Bank Austria Kunstpreis Kärnten

2010 Content Award, Wien-Holding

2007 Kunsthallenpreis 2007

2006 Ursula Blickle Videopreis

2005 Fred Adlmüller Stipendium

2005 Emanuel und Sophie Fohn Förderstipendium

2005 Erasmus Stipendium

 

Sammlungen/Kunstankäufe

Sammlung des Bundes Rupertinum, Salzburg, Österreich

Museum Moderner Kunst Kärnten, Klagenfurt, Österreich

Kulturabteilung der Stadt Wien, Österreich

Sammlung European Economic Social Committe, Belgien